Ursachen

Die gängige Lehrmeinung, dass ein Beckenschiefstand eine Laune der Natur sei oder durch  körperlich, schwere Arbeit oder durch das einseitige Tragen von schwerer Last erworben wird, ist schlichtweg falsch.
Prinzipiell kann man die Ursachen für einen Beckenschiefstand in zwei Gruppen einteilen – äußere und innere.
Die häufigste äußere Einwirkung geschieht bereits recht früh, nämlich beim natürlichen Geburtsvorgang, denn Schulter und Hüfte machen dabei extreme Kipp- und Drehbewegungen mit. Damit kommt der kleine Körper im Normalfall ganz gut zurecht, denn innerhalb der ersten Lebensstunde korrigiert sich diese „Verformung“ das Neugeborene von allein. Schlimmer wird es aber, wenn aktive Geburtshilfe (z.B. Vakuum, Zange etc.) geleistet wird, oder/und die Kleinen anschließend an den Beinen hämngend der erste Klaps verpasst wird. Bei diesem Prozess und auch beim anschließenden Messvorgang hängt nicht selten das gesamte Körpergewicht des kleinen Menschenkindes an einem Bein. Somit entsteht oft ein sogenanntes „Geburtstrauma“ und ein bleibender Beckenschiefstand, an dessen Spätfolgen heute eine ganze Reihe Institutionen gutes Geld verdienen.
 
Weiter äußere Einwirkungen können z.B., Sturz, ein Fehltritt (auch schon ein leichter), ein Unfall etc. sein, welche die Energie- und Flüssigkeitszirkulation im Gewebe um das Gelenk stören.
Weniger bekannt sind innere Ursachen, die u.a. durch äußere Einwirkungen ausgelöst werden können. Dazu gehören z.B. Zirkulationsstörungen im Gewebe, eingeschränktes Arbeiten von übergeordneten Organen  etc. Wenn also die Zellbedingungen (z.B. Zellkommunikation, Zellzirkulation, Zellenergie) des Gelenk umgebenen Gewebes gestört sind,  hat dies logischerweise auch einen Einfluss auf die Stellung des Beckens bzw. des Iliosacralgelenks.
Das Iliosacralgelenk spielt bei der Fehlstellung des Beckens bzw. bei unterschiedlich lang wirkenden Beinen eine übergeordnete Rolle. Aber, allein ein Lösen einer Iliosacralgelenkblockade behebt den Beckenschiefstand nicht dauerhaft, wenn nicht die inneren, übergeordneten Ursachen (z.B. der Organe) erkannt und behoben werden.
Eine angeborene, also eine anatomische Beinlängendifferenz ist übrigens sehr selten und kann somit in den meisten Fällen als Ursache ausgeschlossen werden.